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Kyusho vs. Dim Mak


Kyusho bedeutet in einer Übersetzung einfach vitaler Punkt, also ein Punkt auf dem Körper der geeignet ist, die vitalen Funktionen zu beeinflussen. So wird es in den alten Schriften auch gelehrt. Man findet dort verschiedene Karten, bei denen meist um die 40 Punkte angegeben sind, mit zu nutzender Technik und Auswirkung.  Im Bubishi und anderen Texten wird noch auf die Tages- und Jahreszeiten eingegangen, zu denen bestimmte Punkte empfindlicher sind. Dies ist jedoch für das moderne Kyusho unwichtig geworden. Im Kyusho wird je nach Kampfkunst einfach in jeder Bewegung einer Technik auch der passende Punkt eingesetzt. Es wird einfach als nächster Punkt derjenige genommen, der sich anbietet.


Die Punkte wurden dann so beschrieben: Dokko (Anm.:entspricht TW 17): Angreifen mit Isshiken, Messer und Tettui. Bewirkt Ohnmacht wegen Verlust von motorischen Funktionen und Sinnesorganen. Diese Form der Beschreibung findet sich bis heute. Dabei wird dann erst die anatomisch genaue Lage beschrieben, dann Methode, Winkel und Richtung des Schlages und zum Schluss die Auswirkung.


In verschiedenen Kyusho Stilen wird heute dazu noch versucht die verschiedenen Elementzirkel der Traditionellen Chinesischen Medizin in die Techniken mit einzubauen um die Wirksamkeit zu erhöhen. Dies geht aber wohl auf ein falsches Verständnis der Wirkmechanismen zurück und es finden sich auch keine historischen Quellen, die dies empfehlen.


Auffällig ist bei dem traditionellen Kyusho, dass nicht nach der Wirkweise der Punkte unterschieden wurde, sondern einfach nur wirksame Punkte gesammelt wurden und dann in ihre Auswirkungen zu Gruppen zusammengefasst. Es gibt tödliche, Bewusstlosigkeit verursachende, lähmende, Taubheit verursachende und zu einem späteren Zeitpunkt tötende Vitalpunkte. Woher diese Wirkung jeweils resultierte, war egal. 


Im heutigen Kyusho gibt es diese Unterscheidung nur noch hinsichtlich Bewusstlosigkeit, Lähmung und Taubheit. Tödliche Punkte werden nicht mehr angewandt.

Das Chinesische Dim Mak wird in der Benutzung des Namens und der Weise wie es gelehrt wird dem Kyusho meist gleichgesetzt. Hierbei unterliegen die Benutzer des Namens Dim Mak jedoch einem Irrtum. Dem Kyusho entspricht lediglich der eigentliche Oberbegriff Dian Xue. Während Dian Xue mit vergiftete Finger oder Nervenpunkt Drücken übersetzt werden kann, ist die direkte Übersetzung des Dim Mak Arterie drücken, also nur einer der beiden Methoden des Dian Xue. Hierbei wird das Dian Xue in Dim-Ching: Das Wissen über das Nervensystem, der Funktion desselbigen sowie der Leitbahnen und deren Beeinflussung

und Dim-Hsueh: Wissen über den Blutkreislauf unterschieden.

Das Dim Mak entspricht dabei dem Namen nach eben dem Dim Hsueh. Auch in der Anwendung werden die Punkte anders benutzt. Wird bei dem Kyusho oder dem Dim Ching nach dem Lauf der Nervenbahnen gesucht und Winkel und Richtung des Schlages an die Nerven angepasst, wird im Dim Mak eben nach dem Lauf von Arterien im Verhältnis zum Umliegenden Gewebe gesucht und die Technik so durchgeführt, dass diese Arterien verletzt werden können. Da Arterien in der Regel recht stabile Gebilde sind, muss hierfür der Gegner zum Teil entsprechend vorbereitet werden, damit dies überhaupt möglich ist. Hierfür müssen geeignete Punktekombinationen genutzt werden, damit bestimmte scharfkantige Knochenvorsprünge im richtigen Winkel stehen oder durch Brüche geschaffen werden. Diese Kombinationen wurden dann zum Teil in den Formen und Katas verewigt, zum Teil mündlich über die Elementezirkel weitergegeben. Auch ist hier die Schwächung des Gewebes über den täglichen Zeitlauf wichtiger, als bei der Benutzung der neurologischen Zusammenhänge. 

 

Da die Wirkweise der Punkte eine völlig andere ist, entsprechen die genutzten Winkel häufig auch nicht denen, die man im modernen Kyusho lernt. Sie sind heute auch nicht mehr anwendbar. Wer nicht die Absicht hat früher oder später im Gefängnis zu landen, braucht sich damit nicht weiter zu beschäftigen.


Die Methoden des Dim Mak waren darauf ausgelegt, dass sie den Gegner zum Teil sehr langsam töteten. Sie basierten dabei auf einer medizinischen Versorgung, die innere arterielle Verletzungen nicht behandeln konnte. Heute kann jeder Notarzt arterielle Rupturen, Thrombosebildungen und ähnliche Auswirkungen des Dim Mak schnell und sicher diagnostizieren und behandeln. Und er kann erkennen, worauf diese zurückzuführen sind. Sie sind daher als Geheimtechnik unbrauchbar geworden und dementsprechend in der Versenkung verschwunden.


 
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