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Stilrichtungen im Kyusho Jitsu


Das Kyusho Jitsu ist kein eigener Kampfsport, so dass jeder eigentlich seinen eigenen Stil entwickelt, der auf seiner eigenen Kampfsporterfahrung basiert. Daher macht ab einem gewissen Level jeder etwas anderes. Dies macht es grundsätzlich schwer, das Kyusho in verschiedene Stilrichtungen einzuordnen.


Unterschiede bestehen aber in den Lehr- und Trainingsmethoden, den Lernzielen und der Qualität der Lehrenden.  Hier fällt es besonders auf, dass immer wieder einzelne nach dem erreichen der ersten Lehrerstufe, oder zum Teil nach dem Besuch von ein oder zwei Seminaren einen eigenen Verband aufmachen und dann ihr Kyusho lehren. Hierbei entstehen dann seltsamste Stilrichtungen, die mit zum Teil irrsinnigen Kontexten beworben werden. Ein Lehrer hat sein Kyusho schon mit „Lerne die Kunst der schwarzen Magie“ beworben. Wie seriös solche Angebote sind, kann jeder für sich selber beurteilen.


Grundsätzlich gibt es fünf unterschiedliche Ansätze das Kyusho zu erlernen, die als eigene Stilrichtungen angesehen werden können.


Der erste ist rein praxisbezogen und wird nach der Methode: Hau hier zu, das tut weh! Unterrichtet. Dies ist der häufigste Ansatz, wie Kampfsportarten trainiert werden. Es werden Techniken gezeigt, die man nachmachen kann und aus denen weitere Techniken entwickelt werden.  Dieser Ansatz wird in der Kyusho International auf den unteren Schülerlevels auch verfolgt, da einem die tollsten Theorien in der Praxis nicht das geringste nutzen, wenn man nicht in der Lage ist einen Punkt sauber zu treffen. Es gibt mehr als einen Lehrer, der ein Seminar mit einer stundenlangen theoretischen Einführung beginnt, dann aber im Praxisteil keine Wirkung auf den Punkten erzeugen kann.  Um dies erlernen zu können werde dann verschiedenste Trainingsmethoden und Drills entwickelt, mit denen man seine praktischen Fähigkeiten verbessern kann  

  

Der zweite Ansatz ist es, die Wirkung der Punkte nach den Theorien der westlichen Medizin zu erklären, und diese Wirkmechanismen auch in die Techniken zu integrieren. Hierbei wird in Zusammenarbeit mit Medizinern an diesen Mechanismen geforscht und die natürlichen Reaktionen des Köpers zur Verbesserung der Techniken genutzt.  Dieser Ansatz wird in den höheren Levels der Kyusho International verfolgt.


Ein weiterer Ansatz für das Kyusho ist der, alles über die Theorien der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) zu erklären. Da es sich bei den Druckpunkten in der Regel um Akupunkturpunkte handelt, erscheint dies auf den ersten Blick als logisch. Schon in den älteren Quellen finden sich viele Verweise auf die TCM, so dass das Erlernen der TCM als integraler Part des Kyusho angesehen wird. Leider werden diese Methoden dann aber sehr häufig falsch angewendet. Die TCM ist in sich derart komplex und von der Denkweise von dem westlichen Denken unterschiedlich, dass die Erklärungen, die man dann zu hören bekommt sehr oft reine Phantasiegebilde sind. Auch ist die Wirksamkeit der Nutzung der verschiedenen Zirkel der TCM für Techniken nicht nachzuweisen. In verschiedenen durchgeführten Studien zeigte sich immer wieder, dass Techniken, die im absichtlichen Widerspruch zur TCM standen, genauso wirksam waren, wie solche, die den Regeln folgten. Dies heißt nicht, dass alle Regeln der TCM falsch sind. Hier gibt es vieles, was durch die westliche Medizin nachvollziehbar und beweisbar ist, aber eben auch vielen für das Kyusho nutzlosen Ballast. 


Problematisch wird diese Art des Lernens, wenn hierdurch das Kyusho von einer praktisch anzuwendenden Kampfkunst zu einer reinen Esoterik verkommt, bei der die Anwendbarkeit hinter die Dogmatik zurückfällt. Auch wird hier häufig übersehen, dass das moderne Kyusho auf neurologischen Vorgängen beruht und nicht wie das frühere auf kumulierenden Verletzungen des Körpers, bei denen natürlich zusammenpassende Verletzungen wirksamer waren.


Der nächste häufig anzutreffende Ansatz des Kyusho ist der, nur noch Theoretisch zu lernen. Diese Weise zu „trainieren“ ist die angenehmste, aber auch sinnloseste. Hierbei werden die Punkte auswendig gelernt oder nur angedeutet. Wirkliche Reaktionen werden nicht ausgelöst. Gleichzeitig wird über die Tödlichkeit der Techniken geredet, ohne das irgendwer jemals praktisch ausprobiert hat, ob diese Techniken real funktionieren. Aufgrund der ständigen Erklärungen, wie gefährlich die Techniken doch sind, und welche schlimmen Spätfolgen sie haben können, wird auch kein Schüler je auf die Idee kommen, die Techniken auf ihre Wirksamkeit zu prüfen. Dies hat für den Schüler drei extreme Folgen, wenn er jemals in eine Situation kommt, in der er gezwungen ist, sich auf das erlernte zu verlassen. Zum einen wird er vor der Anwendung zurückschrecken, da die Folgen das Gewollte in einer Selbstverteidigungssituation überschreiten und hiermit sein Training nicht anwenden. Als zweites kann sich die Technik in einer Situation, in der die eigene Gesundheit davon abhängt, als völlig wirkungslos entpuppen, da sie noch nie getestet wurde. Die dritte Möglichkeit ist die, dass die Technik tatsächlich funktioniert. Da der Schüler nie gelernt hat, die Wirkung zu dosieren, wird das dann erhebliche Verletzungen bei dem Gegner auslösen, die dann sicher Strafrechtliche Folgen nach sich ziehen.

Eine weiterer Ansatz, den ich sehr schätze, ist der das Kyusho über das Bunkai von Katas oder Formen des Kung Fu zu erlernen. Dabei werden die Punkte einzeln erlernt, die Techniken aber aus den Katas entnommen und als solche trainiert. Alle Kata oder Formen beruhen auf der Anwendung des Kyusho, so dass die hier konservierten Techniken in der Regel sinnvoll und von guter Wirkung sind.   


 
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